Futsal-Lektion der feinen Art oder das „Spiel der vergebenen Chancen“
Spielort: Tassos Papadopoulos - Nicosia -Cyprus
Zuschauer: 1,000
Tore:
FC Seefeld: Mjekici 25' 51'', Constancio 29' 16'', Schmid 39' 42'' AC Omonia Nicosia: Manoli 06' 51'', 39' 59'', Dimitriadis 12' 59'', 28' 26'', Vaneev 21' 03'', 22' 28'', 23' 02'', Aleksejevs 25' 33'', 34' 57'', Zukovs 36' 35''
Im ersten Spiel der UEFA-Ausscheidung in Nikosia musste sich der CH-Vertreter, Futsal Club Seefeld, mit einer brutalen Niederlage gegen Omonia Nikosia geschlagen geben. Das schlussendlich klare Resultat von 10:3 täuscht ein wenig, auch wenn die mit Profis aus der ehemaligen Sowietunion gespickte Mannschaft mehrheitlich klar spielbestimmend war.
Es waren auch die „Russen“, die von Beginn weg ein horrendes Tempo vorlegten und immer wieder ihre eingespielten Offensiv-Varianten zum Besten gaben. Die Seefelder hielten dagegen, konnten aber in der erste Halbzeit wenig Chancen heraus spielen. Gegen Ende der 1. Halbzeit fielen zwei Tore, welche magistral durch die Nr. 8 der Zyprioten initialisiert wurden. 2:0 zur Halbzeit: ein durchaus sehenswertes Resultat, wenn man die Voraussetzungen der beiden Futsal Vereine näher kennt.
Die 2. Halbzeit begann schlecht für die Seefelder. Konnten doch die Zyprioten innerhalb 5 Minuten 3 Tore vorlegen. Es schien, als wenn die schwüle Luft in der Kabine die Energien der Seefelder massiv malträtiert hätte. Die Seefelder liessen aber nicht locker und attackierten nun früher und kamen so zu Chancen. Wenn man im internationalen Geschäft 5 bis 7 hochkarätige Chancen vergibt, der ist zweifelsohne auf der Verliererstrasse. Die Zyprioten blieben ihrer taktischen Route treu und kombinierten sich wiederholt bis zum finalen und meist erfolgreichen Torabschluss. So fiel Tor um Tor und im Gegenzug, versagten den Seefeldern die Nerven.
Ein solches Endresultat hat sich wohl niemand erträumt, widerspiegelt aber die professionelle Effizienz sowie die enorme Laufarbeit, wie auch die technische Ballfertigkeit „eben dieser Russen“ im Team von Nikosia.
Fazit: Die Futsaler von Seefeld sind auf den Boden der Realität zurück gekehrt und mussten neidlos die Überlegenheit der Zyprioten anerkennen. Das Endresultat ist aber – wie bereits eingangs erwähnt – zu hoch. Wer aber die Chancen vergibt, erhält Tore; eine alte Fussballerweisheit.
Es ist aber auch in diesem Jahr erkennbar, dass viele Länder ausserhalb der Schweiz im Futsal massiv aufrüsten und sich im europäischen Topniveau etablieren wollen. Dazu sind ihnen alle Mittel recht und dass auch die Finanzen in Zypern stimmen müssen, zeigt die Tatsache, dass sämtliche Starspieler als Profi agieren. Der Schweizer Vertreter hat das bestmögliche versucht und bis zum Schluss auf hohem Niveau mitgespielt, aber schlussendlich klar verloren.
Das nächste Spiel gegen DSC Kosice wird nicht einfacher, aber die Futsaler des FC Seefeld werden auch in dieser Partie alles geben, um die Schweizer Farben gebührenvoll zu verteidigen.
PS: Das Spiel wurde in der grössten Halle von Nikosia ausgetragen (Kapazität: 6000 Zuschauer). Leider funktionierte die Klima-Anlage nicht und die Umziehkabinen fühlten sich ähnlich einer Sauna. Wer bei hoher Luftfeuchtigkeit und bei hohen Temperaturen ohne Lüftung auskommen muss, muss einiges ertragen können. Um Trinkwasser musste gefeilscht werden…. Also ideale sommerliche Voraussetzungen um Futsal zu spielen. |